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Brandschutzerziehung –

der Vorsorge verpflichtet 

Best Practice Von anderen lernen

An dieser Stelle präsentieren wir in loser Folge Praxisbeispiele zum Thema „Brandschutzerziehung im Kindergarten“. Die Auflistung ist natürlich nicht abschließend, jedoch freuen wir uns über die Einsendung von neuen Konzepten, Beispielen und natürlich Fotos. Wenn Sie Ihr Konzept hier vorstellen möchten, schicken Sie doch eine E-Mail an die Fachstelle BE/BA – diese steht Ihnen hierfür beratend zur Seite. 

Herzblut macht Projekte erfolgreich – glückliches Bochum

Die Stadtväter von Bochum, einer Stadt mit 390.000 Einwohnern, können sich glücklich schätzen. Denn sie verfügen über eine Feuerwehr, die ihnen tatkräftig bei der Erfüllung von § 8 des Feuerschutzhilfegesetzes zur Seite steht. Konkret bedeutet dies beispielsweise für den Kindergartenbereich: 234 Maßnahmen mit 3.520 Kindern allein im vergangenen Jahr. „Damit sind wir sicher am Limit angelangt“, erzählt Hauptbrandmeister Harald Keilmann, unter dessen Ägide seit 1998 der Bereich der Brandschutzerziehung und -aufklärung aufgebaut wird. Geschult wird in kindgerecht eingerichteten Räumen in den drei Bochumer Wachen. Mittlerweile verfügt der engagierte Feuerwehrmann über 18 Mitarbeiter, die ihn zumindest zeitweise bei den BE/BA-Maßnahmen unterstützen, und alle sind mit so viel Spaß und Herzblut bei der Sache wie ihr Chef.

 

Kinderalarm in der Feuerwehr

An diesem Tag ist Andreas Gödeke im Einsatz, als um 10 Uhr elf Kinder vom Kindergarten Thomaszentrum mit ihren Erzieherinnen Susanne Friedhofen und Verena Kepp eintreffen. Die Aufregung ist den Knirpsen anzumerken. Schnell nehmen sie auf den kleinen Stühlen Platz. Ein kurzer Einführungsfilm zeigt ihnen, wie man sich im Brandfall richtig verhält. Nun wird das soeben Gesehene noch einmal besprochen und abgefragt. Aber die Kinder haben alle gut aufgepasst und so schallt es aus elf Kehlen gleichzeitig „eins – eins – zwahaii!“ auf die Frage nach der richtigen Telefonnummer der Feuerwehr. Dass die Kinder bereits gut vorbereitet sind, hat auch einen Grund. Denn als ersten Schritt erhalten Kindergärten noch vor ihrem Besuch eine von Keilmann verfasste Handreichung zur Brandschutzerziehung. „Diese ist prall gefüllt mit Unterrichtsbausteinen, Arbeitsblättern und Vorlesegeschichten“, erläutert der 44-Jährige. „Seit vier Wochen arbeiten wir bereits mit dieser Handreichung“, ergänzt Susanne Friedhofen vom Kindergarten Thomaszentrum. Sie ist begeistert vom großen Engagement der Bochumer Wehr.

Mittlerweile sehen die Kinder, wie Qualm aus einem speziellen Rauchgenerator ein Zimmer in einem Miniatur-Rauchhaus in kurzer Zeit füllt, so dass man die Hand vor Augen nicht mehr sieht. Daher der Rat von Schulungsleiter Gödeke: „Verstopft Türspalte und Schlüssellöcher, beispielsweise mit Decken und Taschentüchern, und macht euch am Fenster bemerkbar, wenn ihr ein Zimmer nicht mehr ohne Gefahr verlassen könnt.“ Das Absetzen eines Notrufes wird anschließend genauso geübt wie das richtige Anzünden einer Kerze im Beisein eines Erwachsenen. Besonders wichtig ist dabei das richtige Erkennen der Streichhölzer, die für die Nutzung noch geeignet sind.
Denn abgebrochene oder benutzte Streichhölzer und solche, die beschädigt sind, stellen eine Gefahr dar, die es von vornherein auszuschließen gilt.

 

Technik, die begeistert

Die erste Stunde vergeht wie im Flug. Nun geht es mit den Kindern in die Geräte- und Fahrzeughalle. Ein Tanklöschfahrzeug steht bereit und Gödeke erklärt den Kindern die Details der umfangreichen Ausrüstung. Auf dem Vorplatz wird die Drehleiter ausgefahren und die Kinder recken ihren Kopf in den Himmel und staunen über die gewaltige Höhe. Ein Highlight hat sich Andreas Gödeke jedoch bis zum Schluss aufgehoben. Denn nun darf jedes Kind das Strahlrohr halten. Ein ereignisreicher Vormittag ist vorbei und als Anerkennung für die Teilnahme an der Brandschutzerziehung erhalten die Kinder noch eine Urkunde für ihren Kindergarten sowie Malbücher mit dem Sympathieträger Fridulin Brenzlich.

 

Feedback überzeugt

Nun kehrt wieder Ruhe ein und es ist noch Zeit, ein wenig mit Harald Keilmann über sein Konzept zu sprechen. „Für unsere Arbeit ist es natürlich wichtig, dass auf der Führungsebene der eingeschlagene Weg unterstützt wird“, erklärt Keilmann. „Daher sind wir sehr dankbar, dass unser Amtsleiter Dr. Dirk Hagebölling uns diese Unterstützung und die notwendigen Freiräume gibt. Der Erfolg dieser Arbeit lässt sich auch belegen. Eine mittels eines Beurteilungsbogens durchgeführte Evaluation ergab ein sehr gutes Feedback für die unterschiedlichen Maßnahmen“, bilanziert Keilmann. Zu seinen Aufgaben gehören auch die Schulung der 3. oder 4. Klassen der Bochumer Grundschulen, regelmäßige Räumungsübungen an über hundert Schulen und die Arbeit mit behinderten Kindern. Brandschutzunterweisungen für Betriebe, Ämter und andere Organisationen runden die Tätigkeit seiner Mannschaft ab. „Hier haben wir dann letztlich auch die Möglichkeit, ein wenig Geld für die Brandschutzerziehungsarbeit zu erwirtschaften“, erläutert Keilmann abschließend.

 

Ein Resümee zum Schluss

Die Brandschutzerziehung und -aufklärung in Bochum ist fest installiert in den vorbeugenden Brandschutz und ruht mittlerweile auf vielen Schultern. Ein schlüssiges Konzept mit Vor- und Nachbereitung im Kindergarten oder in der Schule durch Erzieher oder Lehrer sichert zudem die Nachhaltigkeit der Maßnahmen.

Kleine Kinder ganz groß

Erlebnispädagogik in der Brandschutzerziehung wird bei der Freiwilligen Feuerwehr Gronau großgeschrieben. Möglich macht dies ein Brandschutzhaus, in dem Kinder das Verhalten im Brandfall realitätsnah üben können. In Folge 2 der „Best Practice“-Reihe sprachen Martina Grochow und Ralf Tornau vom Fachausschuss Brandschutzerziehung und -aufklärung mit Brandschutzerzieher Martin Bültmann von der Feuerwehr in Gronau.

 

Kontinuität und Ideenreichtum

Brandschutzerziehung hat im Kern viele Konstanten. Im einzelnen Engagement vor Ort überzeugen jedoch oft die variablen Größen, um es einmal mit Begriffen aus der Mathematik zu definieren. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Gronau ist Martin Bültmann mit seinem Team seit über 15 Jahren in der Brandschutzerziehung und -aufklärung tätig und bringt mit seinem Brandschutzhaus und vielen weiteren Ideen immer wieder frischen Wind in diese Tätigkeit. Die kontinuierliche Arbeit führt zu großer Akzeptanz bei den Kindergärten und Tageseinrichtungen.

 

Rollenverteilung geklärt

Martin Bültmann versteht sich als Multiplikator und Coach. Denn für ihn steht fest, dass nur durch ebenfalls engagierte Erzieher das wichtige Thema der Brandschutzerziehung vermittelt werden kann: „Die Rollenverteilung ist klar. Bevor die Kinder zu uns kommen, wurde das Thema bereits eine Woche intensiv in den Kindergärten behandelt. Hierzu haben wir allen Kindergärten ein detailliertes Konzept zur Verfügung gestellt. So ist Nachhaltigkeit gewährleistet. Der Besuch bei der Feuerwehr stellt dann den Höhepunkt und Abschluss für die Kinder dar und ist gleichzeitig für mich und mein Team noch einmal eine gute Möglichkeit, den Wissensstand abzufragen“, erläutert der 44-jährige Brandoberinspektor.

 

Kinder im Anmarsch

23 Kinder vom St.-Josef-Kindergarten in Gronau sind heute gekommen und werden von Martin Bültmann und seinen Mitarbeitern Udo Lienesch, Norbert Gerwens, Rebecca Ulbrich und Nils Stockhorst in Empfang genommen. Ausgestattet mit selbstgebastelten gelb leuchtenden Feuerwehrhelmen nehmen die kleinen „Fire-Fighter“ zum Gruppenfoto auf dem bereitstehenden Tanklöschfahrzeug Aufstellung. Ein besonderer Service: Bereits eine halbe Stunde später steht das Foto im Internet und eine Urkunde mit genau diesem Bild wird am Ende des Besuchs neben Malbüchern und Fridulin-Brenzlich-Stundenplänen übergeben.

 

Eltern werden mit einbezogen

Aber nun geht es erst einmal in den Unterrichtsraum, wo Martin Bültmann kurzweilig und kompetent den Kenntnisstand der Kinder abfragt. Und dies nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern der Brandschutzerzieher begibt sich bewusst auch mal in die Rolle eines Erwachsenen, der Dinge falsch macht. So gerät zum Beispiel ein Papierkorb in Brand, weil ein Streichholz nicht richtig entsorgt wurde, oder er vergisst in der Aufregung die richtige Nummer der Feuerwehr. Aber alle Fehler werden sofort von den Kleinen entdeckt und lautstark angemahnt. „Wir nutzen den Entdeckungsdrang der Kinder und lenken diesen in die richtigen Bahnen“, ist Bültmann überzeugt. „Denn der alte Spruch ‚Messer, Gabel, Schere, Licht – sind für kleine Kinder nicht‘ hilft absolut nicht weiter. Wo es nur Verbote gibt, wird heimlich gezündelt, und das ist das Letzte, was alle Beteiligten wollen“, so Bültmann. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Ausstattung der Wohnungen mit Rauchmeldern. Eine kleine Ausstellungswand zum Thema und das bewusste Zugehen auf die Eltern haben schon dafür gesorgt, dass einige Hundert Häuser und Wohnungen mehr mit diesem Lebensretter ausgestattet sind.

 

Brandschutzerziehung mit Erlebnischarakter

Ein besonderer Höhepunkt an diesem Nachmittag ist das Training im Rauchhaus. Eingerichtet wie ein komplettes Kinderzimmer mit Bett, Schrank, Schreibtisch, aber auch Stofftieren und persönlichen Dingen ist das Rauchhaus ideal, um die Lebens- und Gedankenwelt der Kinder aufzugreifen. Sobald alle Kinder im Raum sind, dringt aus einem Nebenraum Disconebel in das Haus. Die Kinder erkennen, wie Rauch sich verhält und wie wichtig es ist, sich am Boden zu bewegen und schnell den Raum zu verlassen. Während der Rauch noch nicht verflogen ist, wird über eine neben dem Brandhaus installierte Telefonanlage das Absetzen eines Notrufs geübt. Auch hier gibt es nichts zu kritisieren. Die Kinder verhalten sich vorbildlich und erfahren abschließend aufgeteilt in drei Gruppen noch eine Menge über die Fahrzeugtechnik und die eingesetzte Ausrüstung. Die Besichtigung ist so organisiert, dass auch bei zwei Einsätzen für den Rettungs- und Notarztwagen während der Schulung keine Komplikationen auftreten.

 

Begeisterung auf beiden Seiten

Helga Witte vom St.-Josef-Kindergarten aus Gronau ist begeistert vom Engagement der Feuerwehr Gronau: „Die Kinder finden das Thema toll und freuen sich, dass sie hier sein können“, erklärt die Erzieherin. Der Leiter der Feuerwehr Gronau, Bernd Schatz, sieht das Thema Brandschutzerziehung auch von einer ganz pragmatischen Seite: „Brandschutzerziehung ist nicht nur unsere Pflicht, sondern es ist eine gute Möglichkeit, Werbung für die Feuerwehr zu machen und den Nachwuchssorgen aktiv entgegenzugehen. Wenn man sieht, mit welcher Freude die Kinder teilnehmen, so kann man sich durchaus vorstellen, dass das ein oder andere Kind den Weg in die Jugendfeuerwehr finden wird“, steht Schatz dem Engagement der Brandschutzerziehung sehr positiv gegenüber.

Statistiken der Kriminalpolizei und der Versicherer sagen aus, dass etwa jeder dritte Brand durch Kinder verursacht wird. Damit sind aber nicht nur Fälle gemeint, in denen Kinder mutwillig zündeln. Auch Brände, die durch unsachgemäßen Umgang mit Feuer entstehen oder sich ausbreiten können, fallen in diesen Bereich.

Also soll durch Brandschutzerziehung eine Reduzierung dieser Brände erreicht werden. Die Erfahrungen von Feuerwehren und Versicherungen zeigen aber auch, dass gerade die Erwachsenen erhebliche Defizite im Brandschutzbewusstsein haben. Diese Defizite können in folgende Bereiche eingeteilt werden:

  •     Erkennen und Beurteilen von Brandgefahren
  •     Beurteilen der Wirkung von Feuer und Rauch
  •     Kenntnis der Brandschutzeinrichtungen
  •     Kenntnis geeigneter Verhaltensweisen bei Feuer

Eine systematische Brandschutzaufklärung der Bevölkerung wäre nötig. Da dies aber nur sehr schwer realisierbar wäre, ergibt sich die Notwendigkeit, zumindest bei den Kindern anzufangen.
Ziel der Brandschutzerziehung muss es also sein, das Brandschutzbewusstsein bei Kindern und Jugendlichen so weit zu entwickeln, dass am Ende der Schulzeit Defizite, wie sie bei den Erwachsenen bestehen, weitestgehend abgebaut sind.

Die Fehler und das Unwissen der Erwachsenen bestimmen daher die Lernziele und Inhalte der Brandschutzerziehung.

Das komplette Konzept des Rhein-Erft-Kreises finden Sie hier zum Download.

„Wie soll man Kindern etwas über Feuer, Hitze und die damit verbundene Gefahr beibringen, ohne dass sie dabei seelischen oder körperlichen Schaden nehmen?“, fragte sich Rudolf Franz Rottkamp, Koordinator des Arbeitskreises Brandschutzerziehung der Freiwilligen Feuerwehr Salzkotten. „Sicherlich ist vielen die Geschichte vom zündelnden Paulinchen mit ihren schlimmen Folgen bekannt. Mit reinen Verbotsaussprüchen unter Verwendung des oft bemühten ‚pädagogischen Zeigefingers‘ ist es aber nicht getan. Gefordert sind in der modernen Brandschutzerziehung vielmehr Konzepte, die logisch und in sich schlüssig sind und die Bedürfnisse der Kinder berücksichtigen“, erläutert Rudolf Franz Rottkamp.

„Zu unserem Konzept gehört, dass Erzieher gezielt in die Lage versetzt werden, Brandschutzerziehung in den Kindertageseinrichtungen professionell durchzuführen. Denn die Hauptaufgabe liegt bei diesen Einrichtungen. Wir verstehen unsere Aufgabe in der fachlichen Begleitung und Betreuung von Kindergärten und Schulen. Daher ist eine Schulung wie heute ein wichtiges Element in einer ganzen Kette von Maßnahmen“, erklärt der 43-Jährige.

Multiplikatorenprinzip

Für den im Jahr 2006 neu eingerichteten Arbeitskreis war schnell klar, dass gemäß dem Train-the-Trainer-Prinzip nur mit Unterstützung von Erziehern und Pädagogen eine flächendeckende Erziehung gewährleistet werden kann. Denn diese verfügen durch ihre Ausbildung bzw. ihr Studium über das methodische und didaktische Handwerkszeug. Was jedoch fehlt, sind das Fachwissen rund um die Brandschutzerziehung und außerdem praktische Übungen im Umgang mit dem Element Feuer. Daher war auch der Wunsch der Erzieher, unter anderem die praktische Handhabung von Feuerlöschern und das Absetzen eines Notrufes gezielt zu trainieren.

Basiswissen selbstverständlich?

Nach der Begrüßung der Erzieher durch Zugführer Hans Josef Kammerer und einer kurzen Einführung in die Bausteine der Brandschutzerziehung durch Rudolf Franz Rottkamp haben die Teilnehmer gleich eine praktische Aufgabe zu erfüllen. „Nun zünden Sie doch bitte einmal eine Kerze an“, lautet die einfache Aufforderung. Kein Problem, denken alle, schließlich ist dies etwas, was jeder schon Hunderte Male gemacht hat. Gleich der erste Erzieher legt nach dem korrekten Entzünden des Streichholzes das noch glimmende Holz zurück in die Schachtel, anstatt es auf eine feuerfeste Unterlage zu legen. „Ein kapitaler Fehler, der zu einem Brand führen kann“, mahnt Rottkamp. Aber auch das Absetzen eines Notrufes will gelernt sein, und so üben die Erzieher in einem Nachbarraum unter Anleitung eines weiteren Feuerwehrmannes aus dem Brandschutzerzieherpool der Feuerwehr Salzkotten den richtigen Ablauf. Gute Dienste leistet dabei die Telefonanlage aus der BE/BA-Multibox, die von der Provinzial zur Verfügung gestellt wurde.

Ein Konzept, das ankommt

Kathrin Peitz vom St.-Petrus-Kindergarten ist begeistert vom Engagement der freiwilligen Feuerwehr: „Wir gewinnen bei unserer Brandschutzerziehung für die Kinder durch diese Schulungen an Sicherheit. Themen wie das Absetzen eines Notrufes, Räumungsübungen oder der Umgang mit dem Feuerlöscher sind dabei wichtige Elemente. Aber auch für den Aufbau und den Ablauf unserer Brandschutzerziehung in den Kindertageseinrichtungen erhalten wir wichtige Hinweise und vielfältige Unterstützung durch die Feuerwehr“, berichtet die Erzieherin. „Bei rund 30 Kindertageseinrichtungen und Schulen und dem Wunsch, jede Einrichtung ein- bis zweimal im Jahr zu besuchen, ist das von uns praktizierte Multiplikatorenkonzept ein guter Weg, unsere Vorstellungen von einer guten Brandschutzerziehung umzusetzen. Denn was die Erzieher nicht wissen, wissen die Kinder dann auch nicht“, bekräftigt Brandschutzerzieher Rottkamp die Aussagen der Erzieherin.

Feuerlöschertraining live

Nach einer theoretischen Einweisung in den Aufbau und die Handhabung von Feuerlöschern müssen die Erzieher an diesem Nachmittag selbst Hand anlegen. Ein kleines Feuer gilt es zu löschen. Zuerst noch etwas zaghaft, dann aber mit zunehmender Sicherheit nimmt jeder einmal den Löscher in die Hand. Dies gibt allen ein gutes Gefühl, im Brandfall einen Entstehungsbrand zu löschen. Vorausgesetzt, jeder weiß, wo der Feuerlöscher steht, und die Wartung wurde regelmäßig durchgeführt. Entsprechend sensibilisiert schauen sich die Erzieher abschließend noch die Fahrzeugtechnik an und lassen sich die Abläufe eines Einsatzes genau erklären. So wächst Verständnis für die Arbeit der Feuerwehr und jeder ist auf seine Aufgaben gut vorbereitet. Zum Abschied erhält Rudolf Franz Rottkamp für die Brandschutzerziehungsarbeit noch ein kleines Geldgeschenk. Er nimmt es gern an, denn für die Brandschutzerziehung gibt es nahezu kein Budget. Daher freut er sich auch, dass viele Infomaterialien, die gemeinsam vom BE/BA-Fachausschuss und von der Provinzial Versicherung erarbeitet wurden, kostenlos bestellt werden können.

Fazit: Das Konzept der Feuerwehr Salzkotten steht durch den eingerichteten Arbeitskreis auf soliden Füßen und ist nicht nur an eine Person gebunden. Das Multiplikatorenkonzept ist in sich schlüssig, erleichtert die Arbeit der freiwilligen Feuerwehr und schafft Sicherheit für die Erzieher. Ein Vorgehen, das landesweit Schule machen sollte.

Feuerwehr Salzkotten

Die Feuerwehr Salzkotten, die im nächsten Jahr ihr 125-jähriges Jubiläum feiert, gliedert sich in acht Löschzüge/-gruppen. Salzkotten ist eine Flächenstadt mit 24.000 Einwohnern und hat neben der Kernstadt neun weitere Ortschaften. Davon sind acht Standorte von Löschgruppen. Das Thema Brandschutzerziehung und -aufklärung genießt seit Jahren einen hohen Stellenwert. Ein wichtiges organisatorisches Instrument ist der 2006 eingerichtete Arbeitskreis Brandschutzerziehung. Er trifft sich regelmäßig, um strategisch abgestimmt und in gleichwertiger Qualität vorgehen zu können. Hier werden Ausbildungsziele, Schulungsmethoden, Erfahrungswerte ausgetauscht und analysiert, sowie nötige Anschaffungen besprochen. Insgesamt sind es rund 40 Brandschutzerzieher, die mit Begeisterung ehrenamtlich in ihrer Freizeit aktiv sind. Wobei die 14 Kindertageseinrichtungen, sieben Grundschulen, sechs weiterführenden Schulen, drei Sonderschulen und die Wohnheime als „Kunden“ gesehen werden. Hier gilt es, den verschiedenen Ansprüchen gerecht zu werden. Daher steht man in Salzkotten auch ortsübergreifenden Einsätzen bei Personalknappheit, zum Beispiel in einem Ortsteil, aufgeschlossen gegenüber. Im Jahr 2006 erreichte die Feuerwehr Salzkotten bei 33 durchgeführten Veranstaltungen etwa 450 Erwachsene und 1.133 Kinder und Jugendliche. Die teilnehmenden Feuerwehrleute leisteten in ihrer Freizeit mehr als 950 Stunden, ohne die Vor- und Nachbereitungszeiten hierbei zu berücksichtigen. Nach der statistischen Auswertung des BE/BA-Fachausschusses unter www.sicherheitserziehung-nrw.de gehört die Feuerwehr Salzkotten zu den aktivsten Wehren des Landes.

  • Definierung einheitlicher Module der Brandschutzerziehung
  • Erstellung von BE/BA-Ausbildungsordnern für jeden Löschzug
  • Verwaltung und Beschaffung von Infomaterialien durch eine zentrale Anlaufstelle
  • Schaffung von löschzugübergreifenden Organisationsstrukturen
  • Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit für Brandschutzerziehungsveranstaltungen

 

 

 

150 brandtote Kinder in einem Jahr sind uns zu viele. Wir tun aktiv etwas dagegen. Wir beugen vor durch: Entdecken, Erleben, Erfahren ...

Was heißt das konkret für uns?


Bei uns in der ev. Tageseinrichtung für Kinder Kruppstraße in Wuppertal bedeutet dies: Unter Berücksichtigung der kindlichen Neugierde und des Entdeckungsdrangs der Kinder wechseln aktivere und ruhige Phasen ab.

 

Ziele

  • Notruf vermitteln
  • Notruf üben und festigen
  • Richtiges Verhalten im Brandfall
  • Richtiges Verhalten bei Rauchentwicklung
  • Gefahren von Rauch aufzeigen
  • Gefahren im Umgang mit Feuer verdeutlichen
  • Neugierde am Feuer befriedigen (unter Kontrolle)
  • Fähigkeiten im Umgang mit Feuer schulen
  • Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Feuer fördern
  • Durch aktives Experimentieren eigene Lösungen erarbeiten lassen
  • Jedes Kind ist in der Lage, eigenständig und sicher eine Kerze zu entzünden
  • Den Beruf des Feuerwehrmannes näherbringen: Gefahren, Risiken und die Bedeutung dieses Berufes für die Gesellschaft aufzeigen
  • Aufgaben der Feuerwehr aufzeigen
  • Aussehen des Feuerwehrmannes erarbeiten
  • Sozialverhalten fördern
  • Rücksichtnahme fördern

 

Wochenübersicht

  1. Einstieg Feuer
  2. Notruf
  3. Verhalten bei Feuer und Rauch
  4. Zündmittel
  5. Kerze
  6. Was brennt – was brennt nicht?
  7. Feuer machen und löschen
  8. Experimente
  9. Aufgaben der Feuerwehr
  10. Aussehen des Feuerwehrmannes und der Feuerwehr
  11. Gestaltung eigener Spiele
  12. Fortsetzungsmöglichkeiten

Der Kinderfinder hilft Leben retten!

Hier sind Kinder! Dieses Signal erleichtert den Rettungskräften die Suche.

IF-Star

IF Star: Feuerwehr-Innovationen

Schaden zu verhüten hat Tradition bei den öffentlichen Versicherern.

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